Was Business-Hotels bieten müssen 10.10.2006
Mehr als nur der Preis
Reiseplaner orientieren sich an Raten. Die Bedürfnisse des Mitarbeiters sind ebenfalls zu beachten.von Anke Pedersen
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Gott sei Dank reisen Travel Manager auch selbst. Andernfalls würden sie ihre Ansprüche an ein gutes Business-Hotel womöglich in einem einzigen Wort zusammenfassen können: „Rate“ – eine möglichst niedrige natürlich. Der Standort wäre für sie vielleicht dann ebenso nebensächlich wie die Nähe der Herberge zu öffentlichen Verkehrsmitteln, die technische Ausstattung oder die Güte der Dienstleistungen.
Doch sie reisen auch selbst – und sie wissen um die Widrigkeiten, mit denen sich Business Traveler mitunter herumzuschlagen haben: muffige Zimmer, schlechter Service, kaputte Technik. Auf dem 1. Schweizer Travel Management Forum in Zürich etwa brachte Mobility Manager Andreas Konkel vom Optikkonzern Carl Zeiss die Unzulänglichkeiten für Geschäftsreisende zur Sprache: „Es ärgert mich, wenn ich auf meinem Zimmer nicht per Handy telefonieren kann“, kritisierte Konkel. „Unsäglich, wenn ich nicht einmal die Klimaanlage abschalten kann.“ Fazit: „Der Preis ist nicht alles!“
Weiche Faktoren bei der Kalkulation
Längst wissen Geschäftsreiseplaner, dass ein Hotel gern einmal teurer sein darf, wenn dafür beispielsweise die Taxikosten vor Ort geringer sind oder ganz entfallen. Dass es ruhig auch ein Executive-Zimmer sein darf, wenn dafür die Mehrkosten für Internet-Zugang, Frühstück oder Business Center inklusive sind. Vor allem aber: Das Unternehmen zeigt sich gern großzügig, wenn der Reisende nicht völlig abgehetzt und übermüdet von Termin zu Termin hechten muss. Nicht umsonst lautet das Motto von Marcellino’s Hotelreport „The Best for Business“. Es sollte eine klare Win-Win-Situation für Unternehmen und Reisenden sein. Dass der Preis als zentrales Steuerungsinstrument nicht ausreicht, wissen selbst die sparsamsten Travel Manager. Wie aber lösen sie den Konflikt zwischen einem möglichst niedrigen Preis und dem so genannten Faktor Mensch?
Wie geht man um mit dem Spagat zwischen Effizienz und Erholung? Eine Antwort liefert das Team von Wolfgang Simonis, Travel Manager beim TÜV Rheinland: Es entwickelte Reiserichtlinien, die die Kosten ebenso im Blick haben wie die Erholung für den Reisenden. Dazu gehört eine gute Erreichbarkeit der Herberge, und dazu zählen auch passende After-Business-Angebote in der Nähe des Hotels. Selbstverständlich sollte vor allem das Zimmer zum Arbeiten wie zum Wohlfühlen taugen.
Die Technik muss funktionieren
Dass ein Hotelzimmer einen ausreichend großen Arbeitstisch haben sollte – am besten mit leicht zugänglichen Steckdosen samt schnellem W-LAN-Anschluss fürs Internet –, versteht sich fast von selbst.
Doch welche Hotels bieten entsprechende Technik für die Bedürfnisse des Business Travelers? Hilfreich findet TÜV-Manager Simonis die „Gebrauchs-Kriterien“ des Frankfurter Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR), der eine Liste von so genannten Certified Hotels für Business Traveler zusammengestellt hat. Das sei bei der Auswahl von Vertragshotels durchaus eine wichtige Orientierung, sagt Simonis.
Zwar dreht sich vieles beim VDR eher um optimale Arbeitsbedingungen vor Ort, doch auch sie machen das Leben des Reisenden spürbar einfacher. „Ein persönlich bedienbares Faxgerät, der Verleih von Handy-Ladestationen, eine weitere gut zugängliche Steckdose am Schreibtisch sowie ein zuverlässiger Weckdienst sind für sich genommen Kleinigkeiten“, sagt Sonja Klasen, Projektleiterin VDR-Certified Hotel. „Doch im Zeitalter mobiler Kommunikation ist es für den Geschäftsreisenden unerlässlich, dass er an jedem beliebigen Ort seiner Arbeit nachgehen kann.“ Es sind aber gerade diese vermeintlichen Kleinigkeiten, die den Aufenthalt im Hotel erheblich erleichtern – und daraus einen Gewinn machen, und zwar für den Reisenden und für den Travel Manager. ![]()









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